Tag 5: Auf dem Weg zur Inselhauptstadt

Der Tag begann nach einer ruhigen Nacht mit einem außergewöhnlichen Frühstück. Passend zum Ambiente, gab es in der ehemaligen Bedienstetenküche das Frühstück serviert und die Angestellte präsentierte uns das komplette Angebot und machte uns noch auf Ihren selbstgemachten Kaffee aufmerksam. Den nach Ihrer Aussage besten Kaffee Madeiras. Wir tranken dieses schmackhafte Getränk und probierten uns durch das reichhaltige Angebot an frischen Früchten, Müsli, Brot, Aufschnitt und Marmeladen. Danach ging es wieder an das Packen der Rucksäcke und Föhnen der Schuhe, um diese komplett trocken zu bekommen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum lokalen Supermarkt und kauften noch neues Wasser für den Weg. Direkt zu Beginn unseres heutigen Weges erwarteten uns über 100 Höhenmeter mit Stufen und erneut sehr steilen Straßen. Bei bestem Wetter und leicht durchgeschwitzt erreichten wir schließlich die Levada Serra Do Faial, der wir heute in Richtung des Ortes Monte folgen wollten.




Im Vergleich zu den letzten Levada-Wanderungen war diese regelrecht „unspektakulär“. Der Pfad schlängelte sich durch die Wälder Südost-Madeiras, nur diesmal mit einem deutlich besser und leichter zu laufendem Weg. Wir kreuzten einige Wasserfälle und hier und dort lag ein Baum schräg über dem Weg. Vermutlich handelt es sich bei diesem Weg, um eine deutlich touristischere Route als in den letzten Tagen. Nach einigen Kilometern lichtete sich der Wald und wir konnten ein gigantisches Areal überblicken. Auf der anderen Seite dieser FreiFfläche war eine große Anlage mit mehreren Fussballplätzen. Nach kurzer Recherche fanden wir heraus, dass es sich dabei um den Cristiano Ronaldo Campus Futebol handelt, die vom weltbekannten Fussballer gegründete Akademie für zukünftige Fussballstars. Auch er selbst hatte wohl in diesem Gebiet angefangen Fussball zu spielen und den Grundstein seiner Karriere gelegt. Der Weg führte uns immer näher, und schließlich auch vorbei am Campus und ging dann auch wieder steil bergab bis zu einem schönen Ausblick über die Stadt Funchal direkt neben einer Bushaltestelle. Wir nutzten den geschützten Ort für eine kurze Rast und füllten unsere Kraftreserven für den letzten Abschnitt unserer Reise auf.
Nur wenige Kilometer weiter den Weg entlang der Levada erreichten wir ein merkwürdig anmutendes Gebiet von vielen mittelgroßen Bungalows. Teils waren diese verlassen, teils halb ausgebaut, teils komplett bewohnt. Wir vermuteten eine Investruine, bei der nicht alle Objekte verkauft wurden. Das ist sehr schade, da die Aussicht von dort über ganz Funchal und den Atlantik wirklich atemberaubend schön war. Wir wanderten weiter die Levada entlang und erreichten einen kleinen Ort, in dem viele Tiere anzutreffen waren. Direkt neben dem Weg blöckte uns ein Schaf an und auf der Treppe saß ein Hund, der uns nur fragend anschaute. Dies war die letzte Ortschaft vor unserem heutigen Ziel, dem Dorf Monte nördlich von Funchal. Der Weg dorthin führte durch ein Tal mit einer massiven Steinbrücke und endete schließlich an der Seilbahn Teleférico Funchal-Monte, welche Monte mit Funchal verbindet.









Endlich am höchsten Punkt unserer heutigen Etappe angekommen, bewunderten wir die Architektur der Gebäude Montes, die wieder einmal gekonnt in die Bergformation eingepasst waren. Neben kleinen Kirchen, Cafés und Restaurants entdeckten wir sogar eine zweite Seilbahn, welche die Botanischen Gärten in Funchal und Monte verbindet. Gleich neben dem Garten befand sich auch schon unsere heutige Unterkunft, das Hotel Quinta do Monte. Endlich angekommen, entluden wir unsere Rucksäcke und machten uns frisch. Ich nutzte die Gelegenheit und schwamm einige Runden im hoteleigenen Pool. Etwas später brachen wir vom Hotel erneut auf, um den Ort weiter zu erkunden. Ursprünglich wollten wir uns den Botanischen Garten in Monte ansehen, mussten aber festestellen, dass die Anlage viel zu groß war, um sie nur schnell am Nachmittag zu besuchen. Dennoch wollten wir uns die vielen Gärten und Kirchen vor Ort ansehen. Besonders zu erwähnen ist die Kirche Santuário de Nossa Senhora do Monte, die mit ihren angrenzenden Gartenanlagen eine prächtige Atmosphäre bietet. Dabei passierten wir zufällig und eher nebenläufig den Startpunkt der berühmten Schlittenfahrten der Carreiros do Monte, die Touristen mit Korbschlitten von hier bergab bis nach Funchal fuhren. Da wir gar nicht nach Funchal wollten, beachteten wir die Fahrer nicht weiter. Unser nächstes Ziel sollte das kleine Portugiesisches Restaurant O Rústico sein, das leider deutlich bergab gelegen war. Zuvor hatten wir uns die Strecke nur oberflächlich angesehen und gar nicht bemerkt wie viel tiefer dieses Etablisment lag. Letztendlich stiegen wir fast 150 Höhenmeter bergab und liefen dabei zu Fuss auf der berühmten Schlittenstrecke, wussten allerdings, dass wir später den ganzen Weg wieder bergauf klettern durften. Die Anstrengung hat sich dennoch gelohnt, da uns das Restaurant mit hervorragendem, authentischem Essen überzeugte und wir endlich auch die berühmten Madeirischen Napfschnecken probieren konnten.









Tagesgesamtstrecke: 12,1 Kilometer mit 250 Höhenmetern
