Tag 1: Anreise mit Hindernissen

Für mich begann die Anreise schon gestern mit einer abenteuerlichen Fahrt mit der Deutschen Bahn. Mutti und Vati brachten mich noch nach Magdeburg und ich wollte eigentlich ca. 5h später in Düsseldorf sein. Dank fehlendem Zugpersonal wartete mein Zug im Bahnhof und wir konnten erst mit Verspätung losfahren. Da auf die DB Verlass ist, musste ich mich nicht zu sehr sorgen … Der Anschlusszug hatte ebenfalls massive Verspätung. Nach ca. 1,5h am Bahnsteig in Hannover mit romantischem Sonnenuntergang ging es im ICE Richtung Düsseldorf. 20 Minuten später kamen wir erneut zum Stehen und mussten ca. 1h wegen einem technischen Problem am Gleis warten. Nach diesem Hindernis ging es dann aber ohne weitere Zwischenfälle zum Ziel . Mit etwa 3h Verspätung erreichte der Zug dann Düsseldorf gegen halb 4 und Jan holte mich mit dem Auto ab.

Nach 4 Stunden Schlaf ging es an die letzten Vorbereitungen für die Reise. Die Rucksäcke wurden gepackt, überflüssiges Gepäck aussortiert und diskutiert, was wir Alles wirklich mitnehmen wollen. Der Weg zur S-Bahn-Station war ein erster Vorgeschmack, wie unsere nächsten Tage aussehen werden. Schnellen Schrittes ging es die Straßen entlang und wir erreichten noch rechtzeitig die S-Bahn zum Flughafen. Am Flughafen wollten wir noch einmal gut bürgerliche Küche genießen und kehrten im McDonalds ein. Darauf folgte die Gepäckabgabe und der schnellste Sicherheitscheck unserer bisherigen Reisen. Wir waren die einzigen Beiden am Check und konnten mehr oder weniger einfach durchgehen.

Am Gate saßen wir dann und warteten, bis uns eine Meldung über die Lautsprecher kurz schmunzeln lies… Unser Flug hat Verspätung aufgrund verspätetem Bordpersonals… Condor und die Deutsche Bahn scheinen die gleichen Mitarbeiter zu teilen. Mit ungefähr einer Stunde Verspätung ging es dann in die Lüfte. Uns fiel diesmal auf, dass die Sitzreihen noch enger gestellt sind, als bei unseren letzen Flügen. Condor hat hier vermutlich nochmal zusätzliche Sitzreihen eingebaut. Bei diesem Flug wares es ganze 38 Sitzreihen. Leider lit dadurch der Sitzkomfort noch mehr und wir waren ganz glücklich als wir nach 4 Stunden unser Ziel, die Insel Madeira, durch die kleinen Flugzeugfenster erblickten. Der Flughafen von Funchal ist berüchtigt für seine starken Winden und schwierigen Landebedingungen, die wir zum Glück nicht erleben durften. Ohne Probleme landete unser Pilot die Maschine und zum ersten Mal überhaupt haben wir die Passagiere klatschen sehen. Wir wussten gar nicht, dass diese lächerliche Tradition noch existiert.

Da wir die EU diesmal nicht verlassen haben, konnten wir direkt an den Einreiskontrollen vorbei zu den Gepäckbändern laufen. Hier teilten wir uns auf, da wir nicht wussten, ob unsere Rucksäcke als Sondergepäck oder über das normale Band geliefert werden würden. Irgendwann kam mein Rucksack am normalen Band an, während Jans Rucksack beim Spezialgepäck abgeholt werden musste. Schon seltsam wie das Personal die Gepäckstücke so auswählt, da wir beide den exakt gleichen Rucksack dabei haben. Immerhin wussten wir zu Beginn bereits, dass die Rucksäcke mit uns nach Funchal gereist waren, da Jan einen SmartTag in seinem deponiert hatte, der die Position des Rucksacks meldete. Froh unsere Rucksäcke zurück zu haben, packten wir alles wieder zusammen und verließen zu Fuß den Flughafen, während andere Passagiere sich vor den Schaltern der Mietwagenfirmen drängelten.

Draußen begrüßte uns direkt die milde Meeresbrise, da der Flughafen mit viel Aufwand direkt ans Meer gebaut wurde. Hier gab es sogar eine spezielle Konstruktion zur Verlängerung der Startbahn, die auf Stelzen auf’s Wasser hinaus führt. Wir verließen das Flughafengelände und folgten einem betonierten Fußweg, der direkt neben einer zweispurigen Autobahn entlang führte. Während wir die Pflanzen und kleine Eidechsen am Rand bewunderten, rasten die PKW mit fast 100 km/h an uns vorbei. Wir hätten gern einen anderen Fußweg genutzt, doch es gab keinen. Nach 2 Kilometern erreichten wir den Ortseingang von Machico. Dies ist eine größere Ortschaft an der Ostseite der Insel. Schnell fielen uns hier die vielen verwinkelten und vor allem sehr steilen Straßen auf. Teilweise müssen die Wege hier 45% Steigung haben. Für uns war unverständlich wie hier jemand ein Auto sicher hoch und runter fahren könnte. Vermutlich muss man diese Straßen einfach eine Weile befahren, damit man alle wichtigen Tricks und Kniffe kennt. Entlang der Straßen wuchsen überall exotische Pflanzen mit wunderschönen Blüten. Auch sahen wir immer wieder kleine Eidechsen und Vögel, aber auch streunende Hunde, die vermutlich einen Besitzer haben, aber dennoch frei durch die Straßen laufen.

Zunächst mussten wir einen ersten Hügel überwinden, der beim Abstieg sehr steil hinab bis ans Meer führte. Dort liefen wir über die Promenade Machico, die Strandpromenade des Ortes. Nun hatten wir das Stadtzentrum erreicht und suchten nach einer Einkaufmöglichkeit da wir bisher nur 2 kleine Flaschen Wasser am Düsseldorfer Flughafen gekauft hatten. Wir fanden mehrere große Supermärkte, die mit ihrem Sortiment an einen Rewe oder Edeka erinnerten. Vermutlich würden wir solche Märkte in den nächsten Tagen weniger aufsuchen. Wir kauften einige Flaschen Wasser, viele Müsliriegel und ein paar Äpfel für das morgige Frühstück. Nun ging es weiter entlang des Flusses Ribeira de Machico Richtung Westen zu unserer heutigen Unterkunft. Die Wanderung durch den Ort ging stetig bergan und führte uns auch über enge Pfade und Treppen den Berg hinauf. Überrascht wurden wir zwischendruch, als wir an einem kleinen Fußballstadion vorbeikamen, in dem eine große Gruppe von Kindern scheinbar ein Turnier austrug.

Die Straße schlängelte sich immer weiter den Berg hinauf, vorbei an teilweise neu-renovierten, aber auch heruntergekommenen Häusern. Nach über 6,5km Wanderung erreichten wir endlich das gebuchte Gästehaus. Einchecken mussten wir nicht. Der Schlüssel zur Ferienwohnung steckte an der Tür. Froh unsere Rucksäcke abstellen zu können, wollten wir nun nach einem nahen Restaurant für unser Abendessen suchen. Mussten aber feststellen, dass die nächsten Restaurants in der Nähe des Fußballstadions waren, das wir vor 30 Minuten passiert hatten. In einem Infobuch auf dem Tisch der Unterkunft lasen wir etwas zu Essenbestellungen und hatten direkt eine Idee. Zuvor hatten wir in Machico bereits einige Uber Eats Fahrer gesehen. Ein Check der App zeigte, dass wir hier problemlos über den Lieferdienst bestellen konnten. Zufrieden über diese Möglichkeit bestellten wir uns zwei Pizzen. Gleichzeitig fiel uns auf, dass es bereits 21 Uhr (22 Uhr in Deutschland) war und in der Ecke des Zimmers ein Fernseher stand. In diesem Moment sollte das heutige Deutschland-Fußballspiel beginnen. Schnell schalteten wir ein und suchten nach einem Sender, der das WM-Spiel übertragen würde.

Tagesgesamtstrecke: 9,6 Kilometer mit 260 Höhenmetern

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